Heilung
Kennst Du diesen leisen, sanften, mürrischen Druck, der überall mitzuschwingen scheint? Bestimmt.
Du sollst heiler werden. Bewusster. Klarer. Weiter. Besser. Tiefer. Besonders.
So, als gäbe es eine Version von Dir, die ~ richtiger ~ zu sein scheint als die, die gerade sitzt oder liegt und diese Worte liest.
Vielleicht hast Du dich schon vor langer Zeit auf diesen Weg gemacht.
Hingeschaut. Gefühlt. Losgelöst.
Und hast verstanden, woher das alles kommt.
Vermutlich hat dich das auch verändert. Nicht immer zum Gefallen der anderen.
Doch irgendwo auf diesem Weg, ist etwas ganz Leises, fast subtiles geschehen.
Du hast begonnen, dich selbst zu betrachten und das immer und immer wieder.
Fast wie etwas, das noch nicht ganz stimmig ist.
Oder?
Wie etwas, was noch weiter durchgeknetet, optimiert und besser gemacht werden muss. Noch ein Stück weiter. Ein weiteres Thema oder noch eine Schicht zum Abziehen.
Weißt Du, genau hier beginnt diese ~ Erschöpfung.
Nicht im Fühlen. Nicht im Grübeln. Nicht im suchen und finden.
Eher in dieser leisen Annahme, dass Du am Ende irgendwo ~ ankommen ~ musst.
Idealerweise in einer besseren Version Deiner Selbst.
Aber was ist, wenn es diesen Ort, die Version gar nicht gibt?
Was, wenn Du nichts erreichen musst ~ nicht einmal Heilung?
Was, ist, wenn Du das, was du suchst, nicht am Ende dieses Weges liegt, sondern darunter?
Also ich meine, unberührt davon, wie weit Du gegangen bist.
Auch unabhängig davon, was sich noch zeigen wird.
Was wenn da was in Dir ist, was gar nicht ~ geheilt ~ werden muss.
Nicht optimiert.
Nicht reifer.
Nicht bewusster?
Vielleicht sogar ~ Etwas ~ was da einfach da ist.
In der Stille.
In der Weite.
Eine Bewegen, die keine nach vorne, sondern eher ein Einsinken ist. Ein Aufhören, dich selbst als ein Projekt zu sehen oder sogar zu einem machen.
Sondern ein Nachgeben, in das, was längst da ist. Nein, nicht perfekt. Nicht fertig. Aber schon längst vollständig. Getragen, von etwas, das Dich nie als ~ unfertig ~ gesehen hat.
Wir holen nicht um sonst an den uralten Feuern, Anteile zu uns zurück.
Und dabei nehmen, integrieren, atmen wir diese nicht ein und holen sie dann wieder heraus, um sie mit Silber oder Gold zu verzieren.
Wenn wir verstehen, dass wir schon längst vollständig sind, mit all unseren Geschichten, Narben und Erinnerungen, spüren wir, dass wir schon immer getragen waren.
Wenn wir das früher erkennen oder erkannt hätten, hätten wir vieles nicht weitergegeben, gerade von der Idee ~ wir müssten heiler, besser, höher werden.
Wir würden uns selbst und andere ganz anders sehen.
Heilung ist: Zu verstehen, dass es okay ist, diese Geschichten, die Wunden, die Narben ~ Frieden heißt, es darf gewesen sein.
Denn oft gibt es gar nichts anderes zu tun, als es anzunehmen.
Wie immer:Wenn ich von Heilung spreche, schreibe, dann meine ich diese, die in mir selbst entsteht. Also dieses platte: Selbstheilungskräfte.
